27.09.2018

Langzeitbeschichtung mit Top-Optik

Am Eingang der neuen Bremer Überseestadt wurde das ehemalige Eduscho-Hochregallager saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Die 60 Meter hohe Fassade wurde mit einem wirtschaftlichen Eintopf-System beschichtet, das auf dem Trapezblechuntergrund ohne Grundierung direkt haftet und einen zuverlässigen Langzeit-Korrosionsschutz bietet. Die attraktive neue Farbgebung mit Glimmereffekt verleiht dem Gebäude eine zeitgemäße, aber warme Optik.

Seit rund 15 Jahren entsteht im Westen der Hansestadt Bremen ein herausragendes Projekt in der Reihe der europäischen Hafenvitalisierungen. Die alten Hafenreviere rechts der Weser werden umstrukturiert und es entwickelt sich ein komplett neuer Stadtteil: die Überseestadt. Das Ensemble überzeugt vor allem durch die spannende Kombination von Tradition und Moderne. Neben historisch gewachsenen Gewerbe- und Hafenstrukturen und anspruchsvoll sanierten historischen Schuppen und Speichern gruppieren sich architektonisch interessante Neubauten, die Raum für moderne Arbeits- und Lebenswelten schaffen.

Am Eingang des neuen Stadtteils liegt das so genannte Kaffee-Quartier - ein Name, der auf eine lange und ruhmreiche Geschichte verweist, denn der Standort ist eng verbunden mit der Bremer Kaffeetradition. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Kaffeegroßröstereien Eduscho und Siedentopf an diesem Ort zusammengelegt. Das Gebäude an der Lloydstraße 4 wurde in Bremen bekannt als „Eduscho-Stammsitz“. Nachdem das Kaffeegeschäft Ende der 1990er Jahre an diesem Standort eingestellt wurde, fiel die Entscheidung, die Firmengebäude vollständig zu revitalisieren. Die Umbauarbeiten begannen im Jahr 2005. Innerhalb von drei Jahren wurde aus dem schmucklosen Bau ein moderner Bürokomplex mit 17.000 Quadratmetern Fläche.

Eines der letzten Gebäude, das in diesem Kontext von der H. Siedentopf GmbH & Co. KG als Investor saniert und einer neuen Nutzung zugeführt wurde, ist das ehemalige Eduscho-Hochregallager. Die ca. 60 Meter hohe Halle dominierte mit der 70er-Jahre-Anmutung seiner in Braun-, Beige- und Ockertönen beschichteten Trapezblechfassade den Eingangsbereich zur neuen Topadresse in der Überseestadt. Das neue Entree verlangte nach einer modernen Optik mit attraktiver Farbgebung. Die Beschichtung war ohnehin in die Jahre gekommen. Die für den ehemaligen Lagerbetrieb optimale Verkehrsanbindung an eine viel befahrene Hochstraße und die Bahnstrecke nach Oldenburg, aber auch extreme Wetterverhältnisse und der Einfluss des Seeklimas hatten an der Fassade des freistehenden Gebäudes unübersehbare Schäden und Rückstände hinterlassen - in Form von Fett- und Schmutzablagerungen aber auch von starker Kreidung des Anstrichfilms.

Wirtschaftliche und zeitsparende Abläufe

Der mit den Renovierungsarbeiten beauftragte Malerbetrieb Marcio Weber GmbH aus Visselhövede startete deshalb mit einer gründlichen Reinigung der gesamten Fassadenfläche, um alle losen Anstrichpartikel, Verschmutzungen und Anhaftungen zu beseitigen und so einen sauberen und tragfähigen Untergrund ohne haftungsstörende Substanzen herzustellen. Dazu wurde die gesamte Fläche mit einem Hochleistungs-Kraftreiniger eingesprüht und anschließend mit dem Hochdruckreiniger behandelt.

Beschichtet wurde die Fassade mit Delta-Metallschutz plus SG von der CD-Color GmbH & Co. KG, einem lösemittel- und glimmerhaltigen Einkomponenten-Beschichtungsstoff auf der Basis einer Acrylharz-Bindemittelkombination. Angesichts der Größe der zu bearbeitenden Fläche von rund 15.000 Quadratmetern war die Wahl auf dieses Material gefallen, weil es Arbeitsabläufe vereinfacht und Arbeitszeiten verkürzt. Es zeichnet sich durch eine sichere Direkthaftung auf vielen Metalluntergründen aus und kommt dabei ohne eine zusätzliche Grundierung aus. Durch die hohen Schichtdicken kann in den meisten Fällen sogar ein Arbeitsgang eingespart werden. Mit dem pigmentierten Beschichtungsstoff können Grund- und Schlussanstrich zudem ohne Materialwechsel "aus einem Topf" erfolgen. Auch die sichere Kantenabdeckung der Dickbeschichtung war für den Einsatz auf der profilierten Blechfassade ein wichtiges Kriterium.

Die Arbeitsabläufe genau geplant und dokumentiert

Um Zeit zu sparen, wurden mehrere Arbeitsbühnen und Arbeitstrupps parallel eingesetzt. Sobald eine Teilfläche gereinigt war, rückte bereits das nächste Team nach, um mit dem Grundanstrich zu beginnen. Ähnlich gestaffelt erfolgten auch Grund- und Schlussanstrich. Der leicht thixotrop eingestellte Metall-Dickschichter konnte dabei auch auf der großen Fläche schnell und wirtschaftlich im Airless-Spritzverfahren verarbeitet werden. Dafür mussten im Vorfeld die optimalen Spritzeinstellungen für dieses Objekt durch die Anwendungstechnik von CD-Color ermittelt werden. Düsengröße, Spritzdruck, Spritzabstand und die genauen Arbeitsabläufe wurden bis ins Detail mit dem Malerbetrieb geplant und - da es sich um ein sehr anspruchvolles Objekt handelte - sogar anhand von Musterflächen „trainiert“. Die sicherste Einstellung, um eine optimale Flächenleistung und zugleich das beste Oberflächenfinish zu erzielen, wurde dann am Objekt mit einer 4/12 Düse und einem Spritzdruck von ca. 180 bar vorgegeben. Dabei musste bei der Applikation vor allem die Schichtdickenvorgabe genau beachtet werden, da die Schichtdicke für den Langzeitschutz verantwortlich ist.

Alle Arbeitsabläufe und auch die jeweiligen Rahmenbedingungen wurden vom Malerbetrieb unter Begleitung des Außendienstes von CD-Color in einem Bautagebuch dokumentiert. So war die Beachtung des Taupunktes bei diesem Objekt von höchster Bedeutung, um eine langjährige Haftung zu erreichen. Hierzu wurden täglich vor Arbeitsbeginn die Umgebungstemperatur, die Untergrundtemperatur sowie die relative Luftfeuchtigkeit ermittelt und dokumentiert. Erst bei Werten über dem Taupunkt konnte mit den Arbeiten begonnen werden, was eine hohe Flexibilität des Malerteams erforderte.

Fassadenbeschichtung
Fassadenbeschichtung
Beschichtet wurde die Fassade mit Delta-Metallschutz plus SG, einem lösemittel- und glimmerhaltigen Einkomponenten-Beschichtungsstoff. Um Zeit zu sparen, wurden mehrere Arbeitsbühnen und Arbeitstrupps parallel eingesetzt.

Individuelle Gestaltung und sicherer Wetterschutz

Der Auftraggeber hatte sich für die Fassadengestaltung einen Sonderfarbton gewünscht, der von dem Farbmetrik-Team bei CD-Color in Herdecke bemustert und rezeptiert und anschließend auf der Mixplus-Mischmaschine bei Farben Seemann in Stuhr in den benötigten Großmengen abgetönt wurde. Die Wahl war auf einen hellen Grauton mit Glimmereffekt und leichtem Goldstich gefallen, der der Fassade eine moderne aber warme Optik verleiht. Die Vorbauten zur Halle und deren Sockel wurden in einem satten, ebenfalls mit Glimmerpartikel versetzten Dunkelgrau (DB 708) akzentuiert. Die Verarbeitung der Materialien mit Glimmereffekt war auf der großen Fläche eine echte Herausforderung und erforderte viel handwerkliches Know how.

Die neue Beschichtung bietet zuverlässigen Korrosionsschutz durch aktive Rostschutzpigmente. Eine zusätzliche Barrierewirkung wird durch die hohe Dichte des Anstrichfilms und die plättchenförmigen Spezialfüllstoffe erreicht, die sich schuppenartig übereinander schieben. Der Anstrichfilm hält so selbst hohen Belastungen durch aggressive Emissionen und Seeklima sicher stand und bietet durch die hohe Wetterbeständigkeit und die Dauerelastizität des Anstrichfilms einen sicheren Langzeitschutz. Gute Aussichten also, dass das neue repräsentative Entree in die Überseestadt für lange Zeit eine Top-Optik bietet.

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