30.04.2019

Eine ganz heiße Kiste

Im Hitzesommer 2018 wurde das Parkett im Kammermusiksaal der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung saniert. Die hohen Raumtemperaturen verlangten der eingesetzten 2K Wasserlack-Beschichtung Einiges ab. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen überzeugt das Endergebnis durch ein homogenes seidenmattes Finish.

Der Werner Richard Saal ist einer der meist genutzten Veranstaltungsräume im westfälischen Herdecke. 2001 war er von der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung gebaut worden, um einen angemessen Rahmen für deren Konzertreihen zu schaffen, die weit über die Grenzen der Ruhrstadt hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießen. Gleichzeitig wird der Saal aber auch für Firmenveranstaltungen der Dörken-Gruppe und anderer Unternehmen am Standort und für Events der Stadt und vieler Vereine und Organisationen genutzt. Fast täglich finden dort eine oder mehrere Veranstaltungen statt, für die - oft in großer Eile - die Bestuhlung individuell angepasst, der Konzertflügel verrückt oder Instrumentenkoffer und Bühnenrequisiten über den Parkettboden von Saal und Bühne geschoben werden müssen. Diese enorme Belastung hatte im Laufe der Jahre deutliche Spuren auf dem Boden hinterlassen. Deshalb entschloss sich die Stiftung im Jahr 2018, die Sommerzeit, in der der Saal etwas weniger frequentiert wird, für die Parkettsanierung zu nutzen. Dabei sollte eine hochleistungsfähige Beschichtung zum Einsatz kommen, die dem Boden mehr Schutz vor mechanischer Belastung bietet, als die Imprägnierung mit Parkettöl, für die man sich 2001 entschieden hatte.

Das geeignete Material stellte die CD-Color GmbH & Co. KG zur Verfügung, für die - als Unternehmen der Dörken-Gruppe - dieser Auftrag natürlich eine Ehrensache war. Die Anwendungstechniker des Unternehmens schlugen den Einsatz von DELTA® 2K Klarlack Aqua vor, der speziell für die Renovierungsbeschichtung von stark beanspruchten Holzböden entwickelt wurde. Der 2-komponentige Klarlack auf Wasserbasis ist nahezu geruchsfrei und lässt deshalb eine Nutzung des Raumes bereits unmittelbar nach der Renovierung zu - angesichts des ausgebuchten Veranstaltungskalenders eine der wichtigsten Forderungen bei diesem Objekt. Das Material zeichnet sich zudem durch gute Untergrundhaftung und ausgezeichneten Verlauf aus und ist Blei- und Chromatfrei nach DIN 55944. Die Beschichtung ist hoch strapazierfähig und abriebfest und nimmt dank ihrer guten chemischen Beständigkeit auch eine häufige Reinigung nicht übel. In Zusammenarbeit mit dem ausführenden Herdecker Unternehmen „Naturböden - Isken“ wurde der genaue Arbeitsablauf und der Anstrichaufbau abgestimmt. Was in dieser Planungsphase allerdings noch niemand ahnte: Der Sommer 2018 sollte zu einem ausgesprochenen Hitzesommer werden, der alle Reserven der eingesetzten Wasserlack-Beschichtung forderte.

Nachdem der Boden abgeschliffen war, wurden zunächst die Kanten mit einem Pinsel vorgelegt und dann die Erstbeschichtung mit DELTA® 2K Klarlack Aqua mit einer kurzflorigen Rolle aufgetragen. Obwohl im Endergebnis eine seidenglänzende Anmutung gewünscht war, wurde dieser erste Arbeitsgang mit der hochglänzenden Qualität ausgeführt. Diese Vorgehensweise ist bei Klarlacken üblich, damit die Mattierungsstoffe in der Seidenglanzqualität am Ende nicht zur Schlierenbildung in der Oberfläche führen. Nach der Trocknung wurden die Flächen - jeweils mit Zwischenschliff - noch zweimal mit DELTA® 2K Klarlack Aqua in seidenglänzender Ausführung beschichtet. Der Zwischenschliff beseitigte auch die optisch störenden Übergänge im Überlappungsbereich, die sich durch die extrem schnelle Trocknung in dem auf über 40° C aufgeheizten Raum bildeten. Nach Abschluss der Arbeiten überzeugte die Fläche durch eine homogene, seidenglänzende Optik. „Für dieses Ergebnis wurden die Leistungsreserven des Materials allerdings bis zum Anschlag ausgereizt“, so Benedikt Müller-Wortmann, Leiter der CD-Color-Anwendungstechnik. „Dank der professionellen Vorgehensweise des ausführenden Unternehmens konnten die extremen Temperatureinflüsse auf das Material jedoch ausgeglichen werden.“ Da die Auslastung des Saales keinen Ausweichtermin zuließ, musste diese Herausforderung für Mensch und Material angenommen werden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

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